Deutschland zeigt wieder Flagge
Jubel, Euphorie, ausgelassene Stimmung und ein schwarz-rot-goldenes Fahnenmeer soweit das Auge reicht...
Von was könnte hier anderem die Rede sein, als von der WM 2006, der WM im eigenen Land? Die Begeisterung kannte keine Grenzen! Der Sommer war herrlich, Deutschland präsentierte sich im wahrsten Sinne des Wortes von seiner Sonnenseite! Und zum ersten Mal in der deutschen Nachkriegsgeschichte durfte man als Deutscher wieder Flagge zeigen. Ein neues Nationalgefühl überrollte das Land, die deutsche Nation schien sich vereinigt zu haben, um gemeinsam ein Zeil zu verfolgen.
Soweit zu den positiven Seiten. Die Kritiker ließen natürlich nicht lange auf sich warten.
"Wir können uns so etwas vor unserem geschichtlichen Hintergrund nicht erlauben!" hieß es da. Kopflos und unüberlegt würden die Menschen dem grölenden Pöbel hinterherrennen, sich mit einer Nation identifizieren, ja mehr noch mit einer Mannschaft, für die jeder einzelne von ihnen nichts geleistet hat, zu deren Erfolg er nichts beigetragen hat. Woher nähme sich die Masse der Deutschen dieses Recht?
Aber die Frage ist: wie lange müssen wir Deutschen unsere Nationalschuld noch mit uns herumtragen? Wie lange müssen wir noch büßen für das, was zwei Generationen vor uns schief gelaufen ist? Dürfen wir nicht wie andere Länder auch endlich mal wieder ohne schlechtes Gewissen unser Land bejubeln und in Freudentaumel ausbrechen, wenn Deutschland während der WM ein Tor geschossen hat? Und zum Zeichen unserer Solidarität die schwarz-rot-goldene Fahne schwenken? Einfach nur der Stimmung wegen und weil es ein schönes Gefühl ist, mit tausenden von Menschen im Sommer vor einer Großbildleinwand zu stehen und ein gemeinsames Ziel zu verfolgen!