Die Nationalfarben und ihre Geschichte

Die deutsche Flagge, so wie wir sie kennen, existiert bereits seit dem frühen 18ten Jahrhundert, zur Zeit Napoleons. Sie ist den Farben der Uniformen damaliger Freiheitskämpfer (Korps) nachempfunden, und entsprang eigentlich eher einem ursprünglich praktischen Zwecke: die Freiwilligen des Korps trugen alle sehr unterschiedliche Uniformen, und im Zuge der Vereinheitlichung der Uniformen (Uniformierung) wurden diese Farben symbolisch auch auf die Flagge übertragen. Tatsächlich aber, geht der Ursprung der Farben selbst sogar noch weiter zurück bis in das Mittelalter. Bereits im 14. Jahrhundert bestand das Emblem des römisch-deutschen Kaisers aus diesen Farben, mit lediglich anderer Symbolik - ein Adler mit roten Waffen auf gelb-goldenem Grund, man spricht dabei von: "In Gold ein schwarzer Adler mit roten Waffen".


Geschichtliche Entwicklung der deutschen Flagge

Obwohl bereits im 18ten Jahrhundert entwickelt musste die deutsche Flagge mit ihren Streifen in Schwarz, Rot und Gold mehrmals einer Reform weichen. Während des deutschen Kaisserreiches Ende des 18ten Jahrhundert trug der Banner die Farben Schwarz, Weiß und Rot, eine Anlehnung an die Farben Preußens sowie der Hanse. Im Zuge einer Vereinigung deutscher Staaten gab es gegen diese Farben keinen Widerstand seitens der Bevölkerung, und bis heute hält sich der Wunsch nach den "alten" Farben hartnäckig in einigen Gebieten des Landes.
Zur Weimarer Republik wurde die Schwarz-Rot-Goldene Flagge dann wieder eingesetzt. Die alte Farben waren die Handelsflagge und mussten umgestürzt werden, um nach dem Kriegsende das monarchistische, autoritäre System in den Gedanken der Menschen und der Bevölkerung zu unterdrücken.
Zum Zweiten Weltkrieg dann, im Dritten Reich, wurden die "alten Farben" erneut aufgegriffen - nach Kriegsende wurden von den Siegermächten dann sämtliche alte Nationalflaggen verboten. Doch bereits 1948 kam man zu dem Entschluss, dass die neue "Deutsche Republik" wieder Schwarz-Rot-Gold als Nationalfarben haben sollte, die Trikolore wurde ein Jahr später mit dem Inkrafttreten des Grundgesetzes beschlossene Sache.

Die Nationalflagge heute

Lange Zeit konnte und wollte man sich nicht mit den Farben der Nationalflagge identifizieren, selbst dann nicht, als nach dem Fall der Mauer und der Wiedervereinigung ein eigentlich neuer Entwurf für die Flagge der DDR gekippt wurde, sodass diese automatisch ebenfalls Schwarz-Rot-Gold als Farbkombination erhielt. Eine echte neue Identifizierung mit den Farben der Bundesrepublik fand eigentlich erst 2006 wieder statt, zur Fußball-WM in Deutschland. Hier konnte man ein massenhaftes Auftreten der Farben beobachten, in allen möglichen Formen. Etwas, das sich zumindest bei großen Sportveranstaltungen wie die darauf folgende EM, oder auch die Weltmeisterschaft im Frauenfußball beibehalten konnte. Damit einher ging ein völlig neues Nationalgefühl, denn bis dato war Scham eines der am weitesten verbreitetsten Gefühle in Bezug auf die Flagge und ihre Farben. Dies änderte sich zur Fußball Weltmeisterschaft schlagartig und konsequent.

Schwarz-Rot-Gold in den verschiedensten Ausführungen

Die Trikolore Deutschlands wurde und wird häufig mit Symbolen geziert, von denen einige offiziell sind (wie bspw. der Bundesadler), einige weniger offiziell. Insbesondere den Bundesadler dürfen bspw. nur Bundesbehörden tragen - die Bundesdienstflagge. Ein inoffziellere Form ist die Trikolore mit dem Staatswappen, welches der Bundesdienstflagge zwar sehr ähnlich ist, aber deren private Nutzung geduldet wird. Die Olympiamannschaften Deutschland hatte ihre eigene Flagge - eine Trikolore mit den fünf Olympiaringen, und natürlich hat auch das Militär mit der Zeit eigene Flaggen in Schwarz-Rot-Gold gehabt, wie bspw. die Seekriegsflagge der Reichsflotte (1848-1852).
Als nach Kriegende erneut Nationalfarben eingeführt werden sollten gab es eine Vielzahl von Entwürfen, von denen viele ein schwarzes und ein goldenes Kreuz auf rotem Grund zeigten. Diesen Anlehnungen wurden jedoch später widersprochen, da sie zu sehr sinnbildlich mit alten Zeiten in Verbindung standen. Auch Anlehnungen an die USA mit goldenen Sternen waren angedacht, wurde aber gleichermaßen verworfen wie Anlehnungen an europäische Länder wie bspw. Spanien.
Die heutigen Farben unterliegen keiner genauen Farbtabelle, und die Verwendung von Gold als Schmuckfarbe ist umstritten.